Sicherung der Rohstoffverfügbarkeit für SENSoren der Umwelttechnik durch REsilienz mit Recycling und Kreislaufwirtschaftsstrategien

Projektdauer
01. Januar 2026 – 31. Dezember 2026
Projektförderung
Das Projekt ist vom Bayerischen Ministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Rhamen der Cluster-Offensive Bayern gefördert.
Hintergrund
Die technologische Souveränität der Europäischen Union ist in hohem Maße an den verlässlichen Zugang zu kritischen Rohstoffen gebunden. Diese Ressourcen bilden die essenzielle Grundlage für die Entwicklung und Produktion zentraler Zukunftstechnologien, darunter Halbleiter, leistungsfähige elektronische Komponenten sowie moderne Sensorkonzepte. Der EU Critical Raw Materials Act (EU‑CRMA) definiert derzeit 34 Rohstoffe als kritisch und stuft 17 davon aufgrund ihrer geostrategischen Relevanz als besonders strategisch ein.
Ein gemeinsames Projekt für mehr Resilienz in der Umwelttechnik
Das Cross‑Cluster‑Projekt SENSURE adressiert ein zentrales Forschungsfeld der material- und sensorwissenschaftlichen Entwicklung. Im Fokus steht die Überführung der im EU‑CRMA definierten Anforderungen in methodische und technologisch fundierte Konzepte für Recycling, Kreislaufnutzung und Materialsubstitution in der Umweltsensorik. Durch die Erarbeitung entsprechender technologischer und organisatorischer Ansätze sollen wissenschaftlich belastbare Grundlagen geschaffen werden, um langfristig die Rohstoffverfügbarkeit in relevanten Wertschöpfungsketten zu stabilisieren und die technologische Robustheit sensorbasierter Systeme zu erhöhen.
Dazu verfolgt das Cross‑Cluster‑Projekt einen interdisziplinären Ansatz und bringt verschiedene Kompetenzen zusammen. Drei bayerische Cluster bündeln ihre Expertise: die Strategische Partnerschaft Sensorik e. V., der Umweltcluster Bayern sowie das Cluster Neue Werkstoffe von Bayern Innovativ. Gemeinsam verbinden sie technologisches Know-how aus der Sensorik mit Wissen aus Kreislaufwirtschaft, Urban Mining und Materialforschung. Durch die Entwicklung entsprechender technologischer und organisatorischer Strategien sollen die Versorgungssicherheit entlang europäischer Wertschöpfungsketten erhöht und die technologische Resilienz von Unternehmen im europäischen Innovationsraum nachhaltig gestärkt werden. SENSURE bietet die Chance, gemeinsam mit relevanten Akteuren frühzeitig Lösungen zu entwickeln und neue Kooperationen anzustoßen.
Gefördert wird das Projekt durch das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
Fokus: Umweltsensorik
Im Projekt SENSURE steht die Umweltsensorik als Schlüsseltechnologie für das Monitoring kritischer Infrastrukturen sowie für Bevölkerungsschutz und Katastrophenvorsorge im Zentrum. Präzise und robuste Messsysteme sind Grundvoraussetzung für die Bewertung von Umweltzuständen – etwa bei Hochwasserereignissen, Schadstoffaustritten oder Luftverunreinigungen – und somit essenziell für die Wasser- und Umweltwirtschaft sowie die regionale Resilienz.
SENSURE analysiert, in welchen Segmenten der Sensorik Materialengpässe besonders kritisch sind, welche Rohstoffe derzeit zu Beschaffungsrisiken führen und welche alternativen Materialsysteme technisch und wirtschaftlich bereits belastbar eingesetzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung branchenübergreifender Kooperationen, um zirkuläre Wertschöpfungsmodelle und Recyclingstrategien effizienter zu etablieren.
Projektziele
SENSURE verfolgt einen systemischen Ansatz zur Reduktion von Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen und zur Entwicklung resilienter, nachhaltiger Materialstrategien. Ausgangspunkt ist eine detaillierte Analyse bestehender Lieferketten, um vulnerable Stellen, Substitutionspotenziale und technologische Abhängigkeiten frühzeitig sichtbar zu machen.
Darauf aufbauend entwickelt das Projekt Strategien für:
- Design-for-Recycling und materialeffiziente Produktentwicklungen,
- Einsatz von Sekundärrohstoffen und geschlossenen Stoffkreisläufen,
- Materialsubstitutionen, die technische Leistungsfähigkeit und ökologische Wirkungen gleichermaßen berücksichtigen.
Ergänzend werden die Potenziale des Urban Mining untersucht, um wertvolle Rohstoffe aus vorhandenen Produkten, Altgeräten und Infrastrukturen systematisch zurückzugewinnen. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse fließen in praxisorientierte Handlungsempfehlungen für Unternehmen und politische Entscheidungsträger ein und schaffen Grundlagen für weitere Forschungs- und Innovationsvorhaben.
Austausch mit Industrie und Forschung
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der strukturierte Dialog mit Stakeholdern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hierzu führt SENSURE eine umfassende Stakeholder-Befragung durch, die Herausforderungen, Erfahrungen und Lösungsansätze aus der Praxis systematisch erfasst.
Dabei werden bewusst auch Best Practices aus verwandten Technologiefeldern – etwa dem Batterierecycling – einbezogen, um Übertragbarkeit und Synergien für die Umweltsensorik zu identifizieren.
Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Organisationen sind eingeladen, ihre Expertise einzubringen und aktiv an der Gestaltung eines widerstandsfähigen, zirkulären Rohstoffökosystems mitzuwirken.
Aktuelles
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Kontakt & Teilnahme
Für weitere Informationen und Fragen wenden Sie sich gerne an

Dr. Stefan Riegg



