Das Thema des Forums des Arbeitskreises Energie aus Abfall lautete: Abfall und Klima – Auf dem Weg zur Netto-Null-Emission.

Die Frage kreiste unter der Moderation von Prof. Dr. Lechner (OTH Amberg-Weiden) um die thermische Abfallverwertung mit einer möglichen CO2 Rückgewinnung und deren Auswirkung auf die Integration in die Energie- und Wärmeversorgung. Die Behandlung von Müll in der Abfallverbrennung verursacht ganz offensichtlich eine nicht unerhebliche Menge an CO2-Emissionen, gleichzeitig spielen die Verbrennungsanlagen mittlerweile eine wichtige Rolle in der Energieerzeugung und der kommunalen Wärmeversorgung.

Eine CO2-Rückgewinnung oder Reduktion dabei wurde in den Impulsen von Prof. Dr. Nadine Warkotsch (bifa Umweltinstitut und TH Augsburg) und Dr. Martin Meiller (Fraunhofer Umsicht) unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten erläutert. Eine Kopplung mit einer Wasserstoffproduktion und Nutzung von Flächen mit Solarstromgewinnung würden die ökonomischen Voraussetzungen eines „Carbon-Capturing“ deutlich verbessern. Mit der „Aminwäsche“ wäre ein großtechnisches Verfahren verfügbar. Die Infrastruktur vor Ort könnte das benötigte „Oxyfuel“ und den Sauerstoff erzeugen, welche zur Erhöhung des CO2-Anteils im Rauchgas benötigt wird, und eine effizientere Rückgewinnung ermöglicht.

In der von Prof. Lechner moderierten Diskussion ging es dann um die Möglichkeit der Umsetzung dieser Impulse. Als Betreiber und Anlagenhersteller erklärten Jörn Jakob (eew) und Max Schönsteiner (Martin), dass für das Carbon-Capturing etwa 20% der Energie und entsprechend Platz an der Anlage benötigt werden. Die Individualität der verschiedenen Anlagen in Deutschland ist auch stark und manchmal herausfordernd für eine Erweiterung mit neuen Komponenten. Somit ist ein ökonomischer Betrieb auch mit entsprechenden Investitionen verbunden.

Fanny Meierhofer (IHK in München für Oberbayern) brachte grundsätzlich den Punkt ein, dass Müll bestenfalls schon von vornherein vermieden werden sollte, um schon vorher die CO2-Emission in Sinne der Einhaltung der „Scope-3 Emissionen“ und der festgelegten Klimaschutzziele zu verringern. So hätten es auch Unternehmen in ihrer Nachweisführung leichter. Insgesamt waren sich die Beteiligten einig, dass weiterhin eine ausreichende CO2-Infrastruktur benötigt wird, um die zurückgewonnenen Mengen überhaupt zu möglichen Verbrauchern bringen zu können.

Es wurde zu einem Aktionsplan motiviert, bei dem in einem ersten Schritt eine stichhaltige Datenerhebung aufgebaut wird, um in einem zweiten Schritt konkrete Ziele zur Reduktion zu definieren, denn die Staatsregierung gibt die Grenzen vor und die Kommunen setzen diese um. Vor allem ist es gefragt die Stakeholder zu dem Thema zusammenzubringen. Als Fazit gäbe es auch die Alternative der Kreislaufschließung, um Abfälle auf ein Minimum zu reduzieren und so weniger in der Abfallverbrennung behandeln zu müssen.

Wir unterstützen als Umweltcluster Bayern gerne die diskutierten Lösungsansätze und freuen uns darauf das Thema auch auf der nächsten IFAT weiter zu entwickeln.

IFAT Orange Stage2026

Angeregte Diskussion beim Forum des Arbeitskreises Energie aus Abfall: (vlnr) Prof. Dr. Nadine Warkotsch (bifa Umweltinstitut GmbH), Dr. Martin Meiller (Fraunhofer UMSICHT), Jörn Jakon (eew GmbH), Prof. Dr. Raphael Lechner (OTH Amberg-Weiden), Max Schönsteiner (MARTIN GmbH), Fanny Meierhofer (IHK für München und Oberbayern) (Foto: Dr. Stefan Riegg/UCB).