Beim PPWR Round Table am 30. April 2025 kamen Unternehmen und Expert:innen aus Deutschland und Österreich in Lindau sowie online zusammen, um die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und zentrale Umsetzungsfragen aus der Praxis zu diskutieren.
(Bildunterschrift: Teilnehmende beim PPWR Round Table in Lindau)
Impulse aus drei Perspektiven
Drei Fachbeiträge gaben einen kompakten Einblick in die PPWR entlang der Wertschöpfungskette:
- Sabrina Schröpfer (IHK München und Oberbayern) ordnete die PPWR regulatorisch ein und zeigte ihren Entstehungsprozess sowie die Verknüpfung zu weiteren Gesetzen und Vorgaben.
- Eleonore Eisath (Milk Food) beleuchtete die Anforderungen aus Sicht der Lebensmittelverpackungsdesignpraxis – inklusive konkreter Beispiele, wie Kunden bereits heute reagieren, und welche Rolle Konsument:innenbedürfnisse dabei spielen.
- Tobias Worf (Südpack Group) gab Einblicke aus Sicht eines Verpackungsherstellers und stellte zentrale Punkte vor, die Unternehmen in der Umsetzung beachten müssen.
Zentrale Erkenntnisse aus der Diskussion
- Hohe Komplexität trifft auf individuelle Unternehmensrealitäten: Wie bereits beim Austausch in Passau zeigte sich, dass die PPWR vielschichtig ist und sich Anforderungen je nach Unternehmen stark unterscheiden.
- Mehr Konkretisierung und Interpretationssicherheit notwendig: Viele Teilnehmende wünschten sich klarere Aussagen dazu, wer wovon in welchem Umfang betroffen ist – und wie einzelne Vorgaben belastbar auszulegen sind.
- Planungssicherheit wird zum Risikofaktor: Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung von EU-Entscheidungen und mögliche Anpassungen bestehender Regelwerke wurden als Hemmnis für strategische Investitionen genannt.
- Recyclingfähigkeit und Rezyklat-Verfügbarkeit bleiben entscheidende Stellschrauben: Diskutiert wurde, was aktuell realistisch verwertbar ist, wie sich der Recyclingmarkt entwickelt – und ob hochwertiges Rezyklat künftig zur Engpassfrage für die Zielerreichung wird.
- Vernetzung wird aktiv nachgefragt: Der grenzüberschreitende Austausch wurde als besonders wertvoll bewertet – im Nachgang wurden daher (nach Einwilligung) die Kontaktdaten der Teilnehmenden geteilt, um die Vernetzung zu stärken.
Das Projekt Circular Academy
Das Projekt Circular Academy entwickelt eine Online-Wissensplattform zur grünen Transformation, die Informationen bereitstellt, Lern- und Weiterbildungsprozesse anstößt und den Austausch sowie die Vernetzung zwischen Akteuren ermöglicht. Ergänzend entstehen Transformationspfade, die Unternehmen, KMUs und Regionen konkrete Denkanstöße und Handlungsansätze bieten. Durch die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft erhalten insbesondere KMU Einblicke in nachhaltige zirkuläre Geschäftsmodelle und werden befähigt, diese im eigenen Betrieb umzusetzen. Die Diskussion in Lindau zeigte deutlich, wie groß der Bedarf an Orientierung, Austausch und unterstützenden Netzwerken bei EU-weiten Regularien wie der PPWR ist – und wie wichtig eine vermittelnde Plattform für die Praxis bleibt. Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite Circular Academy.







