Im Rahmen des Interreg-Projekts CURIOST fand am 29. September 2026 ein zweistündiges Webinar mit dem Titel „EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR): Ist Ihr Unternehmen fit für die Anforderungen von 2027?“ mit 107 Teilnehmenden statt. Das österreichisch-deutsche Webinar wurde von den vier CURIOST-Partnern Biz-up, ConPlusUltra, Bayern Innovativ und Umweltcluster Bayern durchgeführt.
Mit der Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 werden Anforderungen wie Reparierbarkeit, Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit von Produkten schrittweise verbindlich. Der Schwerpunkt des Webinars lag auf der EU-Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR - Ecodesign for Sustainable Products Regulation) und deren Auswirkungen auf Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf die ab 2027 erwarteten Anforderungen.
Die Expertin Irene Syrovatka von ConPlusUltra gab einen kompakten Überblick über den rechtlichen Rahmen der ESPR und zeigte, was die Anforderungen in der Praxis bedeuten.
Johannes Klinglmayr vom Linz Center of Mechatronics lieferte anschließend eine praktische Perspektive und veranschaulichte anhand eines Szenariobeispiels, wie Unternehmen die ESPR-Anforderungen durch kreislauforientiertes Produktdesign, Datenmanagement und Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungsketten umsetzen können.
Das CURIOST Methodology Kit wurde vom CURIOST-Lead-Partner Biz-up vorgestellt. Es wurde als praktisches Leitinstrument hervorgehoben, das Unternehmen bei der strukturierten Analyse von Produkten und der Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich der Kreislaufwirtschaft unterstützt. Das Methodology Kit kann hier kostenfrei heruntergeladen werden.
Im zweiten Teil des Webinars wurden Best-Practice-Beispiele von Unternehmen und Experten aus Österreich, Deutschland und Polen vorgestellt. Die Beiträge behandelten kreislauforientierte Geschäftsmodelle, Produktrücknahmesysteme, Rücknahmelogistik und nachhaltige Verpackungslösungen. Konkret wurden diese im Rahmen von CURIOST begleiteten Unternehmen und ihre zirkulären Ansätze aus der Pilotphase vorgestellt: Microsport GmbH & Co. KG, MAINCOR Rohrsysteme GmbH & Co. KG, HeroPAK FlexCo und KLGS sp. z o.o..
Die beiden deutschen Beispiele wurden von Andreas Jenne von Circular Consulting vorgestellt. Als Berater für die zirkuläre Transformation begleitete er Microsport und MAINCOR im Rahmen von Workshops und Beratungsformaten als sogenannter „Creative Head“ und unterstützte beide Unternehmen bei der Entwicklung und Konkretisierung ihrer zirkulären Ideen im Rahmen von CURIOST.
Kurzer Einblick in die beiden Praxisbeispiele
MAINCOR stellt Rohre für Heizungs-, Sanitär- und Industrieanwendungen her. Das bei der Rohrverlegung anfallende Restmaterial wird an MAINCOR zurückgeliefert, dort zerkleinert und regranuliert und anschließend für die Herstellung neuer Rohrprodukte wiederverwendet.
Microsport ist ein Hersteller von Prüfständen für E-Bikes. Die Rücknahmestrategie umfasst ein Rückkaufprogramm für bestehende und zukünftige Prüfstände. Zurückgegebene Geräte sollen für die Wiederaufarbeitung und Überholung sowie für „Product-as-a-Service“-Modelle (PaaS) genutzt werden.



Screenshots vom CURIOST-Webinar am 29. September 2026
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