Die aktuellen rechtlichen, technischen und ökologischen Rahmenbedingungen stellen Deponiebetreiber in Bayern vor immer komplexere Herausforderungen. Umso wichtiger ist ein funktionierendes, tragfähiges Fachnetzwerk, in dem Erfahrungen offen geteilt und praxistaugliche Lösungsansätze gemeinsam diskutiert werden können. Vor diesem Hintergrund kamen am 8. und 9. Oktober 2026 Fachleute, Betreiber und Behördenvertreter zum Deponiebetreibertreffen 2026 in Schweinfurt zusammen. Organisiert und fachlich begleitet wurde die Veranstaltung durch das Umweltcluster Bayern in enger Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Schweinfurt.
Die zweitägige Fachtagung stellte einmal mehr unter Beweis, dass der direkte Dialog zwischen Betreibern, Fachunternehmen und Vollzugsbehörden unverzichtbar ist, um die Deponiewirtschaft zukunftssicher aufzustellen.
Tag 1: Praxiseinblicke und Dialog am Abfallwirtschaftszentrum Rothmühle
Der Auftakt der Veranstaltung fand am Vormittag des 8. Oktober am Abfallwirtschaftszentrum (AWZ) Rothmühle in Bergrheinfeld statt. Bereits beim informellen Ankommen bei Begrüßungskaffee und Butterbrezen nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit für erste kollegiale Gespräche.
Die offizielle Eröffnung übernahmen Herr Mayr (Umweltcluster Bayern) sowie Herr Orzol (Landratsamt Schweinfurt), die in ihren Einführungsworten die Bedeutung des persönlichen Erfahrungsaustauschs über Betriebsgrenzen hinweg hervorhoben. Den fachlichen Auftakt bildete der Vortrag von Herrn Tscherpel (Ingenum), der sich mit der praktischen Umsetzung von mineralischen Entwässerungsschichten aus teerhaltigem Straßenaufbruch befasste und wertvolle technische Aspekte für den Deponiebau aufzeigte.

Im Anschluss stand die Praxis vor Ort im Mittelpunkt:
- Während einer zweistündigen Führung besichtigten die Teilnehmenden den Wertstoffhof, die bestehende Deponie sowie den aktuellen Bereich der Deponieerweiterung. Hierbei bot sich Raum für fachliche Detailfragen direkt an der Einbau- und Betriebspraxis.
- Nach einem stärkenden Mittagsimbiss folgte eine weitere Führung mit Schwerpunkt auf der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung.
Gerade die gemeinsamen Rundgänge boten immer wieder Anknüpfungspunkte, um konkrete betriebliche Fragestellungen der einzelnen Standorte unmittelbar vor Ort zu diskutieren.

Der Netzwerkabend: Branchenkontakte im persönlichen Rahmen vertiefen
Ein zentrales Element des Deponiebetreibertreffens war und ist die Festigung des Netzwerks abseits des formalen Tagungsrahmens. Bei einer gemeinsamen Weinprobe und anschließendem gemeinsamen Abendessen stand das Networking im Vordergrund. Der zwanglose Rahmen bot die Möglichkeit, bestehende Kontakte aufzufrischen, neue Kooperationen anzubahnen und sich über standortübergreifende Herausforderungen auszutauschen. Das gemeinsame Verständnis: Viele praktische Hürden im Deponiebetrieb lassen sich durch kurze Wege und ein vertrauensvolles Netzwerk deutlich effizienter bewältigen.
Tag 2: Fachvorträge, Vollzugspraxis und intensiver Wissenstransfer im Landratsamt Schweinfurt
Der zweite Veranstaltungstag führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Sitzungssaal des Landratsamts Schweinfurt. Herr Fackelmann, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft, begrüßte das Fachpublikum und leitete den thematisch dichten Vormittag ein.
Das Vortragsprogramm beleuchtete zentrale Themenbereiche aus Ingenieurpraxis, Notfallmanagement und behördlichem Vollzug:
- Stoffraum-Rückgewinnung auf Deponien: Herr Andersen (JACBO Pfahlgründungen GmbH) präsentierte innovative Ansätze und bautechnische Möglichkeiten zur Rückgewinnung wertvoller Deponiekapazitäten.
- Umgang mit extremen Schadensereignissen: Nach einer Kaffeepause, die erneut intensiv für Fachgespräche genutzt wurde, schilderte Frau Christa (Werkleiterin AWV Nordschwaben) in einem praxisnahen Erfahrungsbericht die anspruchsvolle Vorgehensweise bei Stallbränden sowie die Entsorgung von Brandschutt mit Tierkadavern.
- Behördliche Vollzugspraxis und Digitalisierung: Herr Axmann vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) informierte über die aktuelle Vollzugspraxis mit dem Regelwerk BQS 10-1 „Deponiegas“ und gab wichtige Einblicke in das neue Deponieinformationssystem (DIS).
Die anschließende Diskussion verdeutlichte, wie wertvoll der direkte Draht zwischen den Vollzugsbehörden und den operativ verantwortlichen Betreibern ist, um neue Vorgaben reibungslos in der täglichen Praxis umzusetzen.
Fazit und Ausblick: Auf ein Wiedersehen im Jahr 2027
Mit einer gemeinsamen Zusammenfassung und einem Ausblick ging das Deponiebetreibertreffen 2026 erfolgreich zu Ende. Die Veranstaltung hat erneut bewiesen, dass der regelmäßige Austausch und das gegenseitige Voneinander-Lernen das Rückgrat einer modernen und sicheren Abfallwirtschaft in Bayern bilden.
Aufgrund der durchweg positiven Resonanz und der spürbaren Bedeutung dieses Forums steht bereits fest: Das Netzwerk lebt weiter – auch im Jahr 2027 wird es wieder ein Deponiebetreibertreffen geben. Interessierte Akteure dürfen sich schon jetzt auf die Fortsetzung des fachlichen und persönlichen Dialogs freuen. Weitere Informationen folgen.





